Hyosung GT 650 Comet

 

 

 

Make Model

Hyosung GT 650 Comet

Year

2004 - 06

Engine

Four stroke, 90° V twin, DOHC, 4 valve per cylinder

Capacity

647 cc / 39.4 cu-in
Bore x Stroke 81.5 x 62 mm
Cooling System Liquid cooled
Compression Ratio 11.4:1
Lubrication Wet sump
Engine Oil Semi-Synthetic, 10W/40

Induction

38 mm Carburettor

Ignition 

Digital CDI
Spark Plug NGK, CR8E
Starting Electric

Max Power

79 hp / 58.9 kW @ 9000 rpm

Max Torque

68 Nm / 6.93 kg-m  @ 7500 rpm
Clutch Wet, multiple discs, cable operated

Transmission 

6 Speed 
Final Drive Chain
Frame Steel, double pipe

Front Suspension

41mm Oil upside down forks
Front Wheel Travel 120 mm / 4.7 in

Rear Suspension

Swinging arm
Rear Wheel Travel 100 mm / 3.9 in

Front Brakes

2x 300mm discs

Rear Brakes

Single 230mm disc

Front Tyre

120/60 -17

Rear Tyre

160/60 -17
Dimensions Length 2060 mm / 81.1 in
Width  740 mm / 29.1 in 
Height 1125 mm / 44.2 in
Wheelbase 1435 mm / 56.4 in
Seat Height 780 mm / 30.7 in

Dry Weight

195 kg / 429 lbs

Wet Weight

210 kg / 462 lbs

Fuel Capacity

17 Litres / 3.1 US gal

Consumption  average

21.8 km/lit

Standing ¼ Mile  

13.2 sec

Top Speed

187 km/h

Review

Keine Schnörkel und kein Firlefanz

Die Koreaner haben es bei den Autos nicht anders gemacht. Zuerst wurden alte General Motors Modelle in Lizenz nachgebaut und mit der Zeit hat sich ein echter Konkurrent am Automarkt etabliert. Kann dies bei den Motorrädern auch passieren? Hyosung hat als erster Hersteller begonnen "echte" Motorräder zu bauen. Die 650 GT wird von einem Motor befeuert, welcher jenem der alten SV 650 Suzuki sehr ähnlich sieht.

Ich hatte meine Erwartungen zurückgeschraubt und rechnete mit Allem. Nicht, daß ich den Koreanern misstraue, aber die erste Baureihe in einem neuen Segment kann auch bei anderen Herstellern ein wenig in die Hose gehen. Kenner wissen, was ich meine.

Die erste Überraschung erlebte ich gleich bei der Übernahme. Das Design der GT ist klassisch und sollte jeden Naked Bike Fan befriedigen. Keine Schnörkeleien stören das Auge, Rahmen und Motor strahlen Solidität aus. Einzig die billigen, komplett analogen Armaturen haben mich gestört. Das Leben ist kein Wunschkonzert und man soll sich mit dem begnügen, was man hat.

Analog statt digital, die Hyosung setzt auf altbewährte Design Elemente. Hemdsärmliges "Design" auch beim Kettenspanner. Solche Kleinigkeiten trüben den guten Eindruck.

Ein Klang wie ein wütender Teakwondo Kämpfer:

Die Sitzposition der GT ist tadellos, man sitzt tief im Motorrad, für kleingewachsene Menschen ein großer Vorteil, da der Abstand zum Boden gering ist. Für mich eindeutig Supersport, denn meine Beine waren ziemlich gebogen. Kein Nachteil, wenn man ständig in der Angriffsposition sitzt, denke ich mir, und starte die GT. Der Starter rennt und rennt aber nichts tut sich, was ist los mit der Hyosung? Nach einigen Minuten der Fehlersuche entdecke ich den Choke Hebel am Lenker. Gott, was bin ich für ein verwöhnter Penner. Da fast alle Motorräder mittlerweile über eine Einspritzung verfügen bin ich es einfach nicht mehr gewohnt einen Choke Hebel zu betätigen. Die GT verfügt noch über Vergaser und die brauchen ein bisschen Hilfe beim Starten.

Technische Erleichterungen verblöden eindeutig. Mit angezogenem Choke startet die GT widerstandslos und ich bin über den Klang erstaunt. Ein knurrendes Motorgeräusch entflieht dem dicken Alu Endtopf der GT. Wenn man am Gas dreht wird der Klang immer aggressiver, eine eindeutig positive Überraschung. Wie sagt man so schön "Loud pipes, save live"

Die GT 650 lässt sich tadellos bewegen. Egal ob Serpentinen oder weite Kurven ,durch das überraschend straffe Fahrwerk pickt die Koreanerin wie Kaugummi auf der Schuhsohle.

Fahr ma euer Gnaden!

Ich fahre los und erlebe schon wieder etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Die GT ist straff wie ein Handkantenschlag. Unebenheiten werden gnadenlos genommen und die Bandscheiben knarren unter den Schlägen. Aber kein Nachteil ohne Vorteil, schon in den ersten Kurven zeigt sich, daß die GT tadellos zu führen ist. Ohne Nachdruck und exakt geht die Koreanerin um die Ecke. Der Motor klingt zwar sportlich und verspricht anständigen Vortrieb, doch der Spruch "Viel Lärm um nichts" wird von der GT bestätigt. Ich drehe gnadenlos am Gas und der Vortrieb kommt nicht mit.

Gut, 78 PS sind nicht Welt aber die mangelnde Elastizität muss andere Gründe haben. Vielleicht muß der Vergaser durch einen offenen Luftfilter beatmet werden und der Endtopf genügend Raum zum Verlassen der Abgase bieten. Für bescheidene Zeitgenossen, die auf Leistungsdiagramme pfeifen, reicht es natürlich aus. Als Interessent sollte man dies beim Händler des Vertrauens ansprechen. Erst ab 5000 Umdrehungen fängt die Kapelle an zu spielen und bis zum Drehzahlende kommt mehr Bewegung ins Spiel.

Simples aber nach wie vor wirksames Konzept. Rahmen, Motor, Lenker, Licht und fertig ist das Naked Bike Gericht. Der Preis von nur 4795,- Euro inklusive aller Nebengeräusche ist ein echtes Schnäppchen.

Die Doppelscheibenbremse mit 300mm verzögert die GT 650 tadellos. Damit die Bremsen ihre volle Kraft entfalten empfiehlt es sich den Bremshebeln wirklich fest zu betätigen. Nix für Lulus! 650 Kubik, 90° Grad Zweizylinder Motor mit 2 Gleichdruckvergasern. Die Leistung von 57 kW reicht völlig aus. Die fehlende Elastizität ist definitiv ein Mangel, es muss fest am Kabel gezogen werden.

Squeeze me and please me:

Die Bucklige Welt bietet, wie der Name schon sagt, eine hügelige Landschaft mit vielen Kurven. Was man aber um diese Jahreszeit bedenken muss sind die Spuren landwirtschaftlicher Geräte auf den Strassen. Mehr als einmal sind meine Augen auf Bierdeckelgröße gewachsen. So eine großflächige Ansammlung von Kuhscheiße mitten auf der Landstrasse macht mir sehr viel Freude. Ich greife vor der Gefahr in die Eisen und es tut sich nicht viel. Die meisten Bremsanlagen, die heute verbaut werden verlangen nur mehr den Einsatz von zwei Fingern und im Zweifelsfall ist es besser nicht zu stark zu drücken, da sonst die Gefahr besteht, daß sich das Vorderrad verabschiedet und man eine kapitale Bretzn reißt.

Die Hyosung ist Old School und verlangt den vollen Einsatz der Handmuskulatur und dann bremst die 650er. Auf dem Testmotorrad waren Stahlflexleitungen verbaut und darüber war ich auch nicht unglücklich. Die Härte beim Fahrwerk wurde bei den Bremsen nicht angewandt. Aber für Angstbremser sind die Bremsen ideal, da man nicht sofort auf der Schnauze liegt, der Rest muß hart durchgreifen. Das Getriebe will exakt bedient werden, da sonst die Gänge mit Nachdruck geschaltet werden müssen. Interessanterweise ist das Raufschalten härter als das Runterschalten, eine Erklärung habe ich dafür nicht, doch es handelt sich um einen kleinen Schönheitsfehler, den man verzeihen kann. Der anfängliche Eindruck des Fahrwerks hat sich bestätigt, egal ob enge Kehren oder weite Kurven, die GT fährt sich tadellos und ohne Macken. Durch die aufrechte Sitzposition lässt sich die Hyosung tadellos über den Lenker bewegen, alternativ wird aus der Hüfte geschossen.

20 Grad Außentemperatur, ein Naked Bike und die sanfte Hügellandschaft der buckligen Welt. Was braucht der Mensch mehr? Einen mächtigen Bautrupp um den Asphalt zu erneuern, so feine Kurven haben sich einen besseren Belag verdient.

Motorrad Tugenden der alten Schule:

Wäre Hyosung eine wahlwerbende Partei bei den Nationalratswahlen und die GT 650 der Spitzekandidat wäre der Slogan wohl „Zurück zu alten Werten“. Die Hyosung bietet alles was ein Motorrad der Kategorie Naked Bike braucht, aber auch nicht mehr. Das Äußere ist solide und bis auf einige Details wie zum Beispiel den Tachometer, gibt es keinen Grund zur Beschwerde. Der Motor ist mir persönlich zu unelastisch und gibt sein Potential erst im hohen Drehzahlbereich frei. Verbesserungsmaßnahmen lassen sich beim Fachhändler erledigen.

Die Bremse fordert hohen Krafteinsatz aber verzögert einwandfrei. Sitzposition und Fahrwerk sind wirklich gelungen und sollten jeden Naked Bike Fan befriedigen. Der Preis ist mit 4795 Euro inklusive aller Nebengeräusche ein unfassbares Schnäppchen. Man bekommt dafür ein neues Motorrad inklusive 2 Jahre Garantie. Ich bin gespannt was die Koreaner nachschieben werden. Im Sinne der Vielfalt sicher eine Bereicherung für den Motorradmarkt und wenn die Kinderkrankheiten behoben sind eine kommende Konkurrenz für die etablierten Hersteller.
Technische Daten:
Hyosung GT 650 naked
Motor 90°-V2-Zylinder-DOHC-Viertaktmotor 4 Ventile pro Zylinder
Hubraum 647 ccm
Bohrung/Hub 81,5 x 62 mm
Leistung 57,0 kW bei 9.000 U/min
Drehmoment 68 Nm bei 7.000 U/min
Rahmen offener Doppelrohrrahmen
Sitzhöhe 780 mm
Trockengewicht 185 kg
Tankinhalt

Source 1000ps.at